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Sony DXC-VX 1000/2000/2100


vx2000_120.jpgSeit vielen Jahren im professionellen Einsatz

Normalerweise arbeite ich mit Betacam- oder DVCam-Camcorder, die mind. 8 kg auf die Waage bringen. Dazu hat man dann neben weiterem Kleinkram immer noch ein 5 kg-Stativ mitzuschleppen.

Aber: Wer optimale Bild-Qualität und absolut saubere Einstellungen braucht, der kommt um die dicken Dinger nicht herum. Ist auch gut so. Mit einer Amateurkamera sind kaum wirklich perfekte Aufnahmen zu machen, was jedem im direkten Vergleich auffällt, der die selben Aufnahmen vom selben Standpunkt aus mit jeweils Amateur- und Profi-Technik macht.
Es gibt allerdings Situationen, die nach kleinem, leichtem und unauffälligem Amateur-Equipment schreien...

Die Suche nach der passenden Kamera

Ich suchte vor etlichen Jahren für eine Dokumentation eine Kamera, die man in ein Unterwassergehäuse packen, die man mit einer Hand und über Kopf halten und mit der ich durch enge Röhren kriechen konnte und die zudem noch eine hervorragende Bildqualität lieferte.

Die Wahl fiel auf DV und 3CCD. Zur Auswahl standen damals nur 3 CCD- Kameras. Das Angebot hat sich heute sehr verbessert, womit die Qahl natürlich noch schwerer fällt.
Für mich wichtig sind (immer noch) folgende Eigenschaften:

  • Kompromisslose Bildqualität, auch bei wenig Licht
  • Guter Ton, manuell aussteuerbar 
  • DV-Ausgang und -Eingang
  • Optischer Bildstabilisator
  • Alle wichtigen Bedienelemente müssen ohne Fingerverrenkung leicht erreichbar sein
  • Die Kamera darf nicht zu klein oder zu leicht sein. Sie lässt sich dann schwerer ohne Stativ handhaben und führen

Für Sonys VX 1000 und alle Nachfolgemodelle sprechen immer noch der hervorragende Steadyshot, die vielfältigen manuellen Einstell- und Justiermöglichkeiten, der große Schärfering und das reichlich angebotene Zubehör. Die Knöpfchen und Rädchen sind gut bedienbar. Außerdem liegt der Camcorder fest in der Hand und ist gut ausbalanciert. Der Farbsucher ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig und für jemanden, der viel mit manuellem Fokus arbeitet kaum zu gebrauchen, weil sich schwer exakt scharfstellen läßt - man sieht die Schärfe einfach nicht. In den meisten Fällen genügt es jedoch, sich auf die guten Automatikfunktionen zu verlassen und dann hat man per Farbsucher eine gute Kontrolle über den Weissabgleich. Der ab VX 2000 integrierte aufklappbare LCD-Monitor ist prima zur Kontrolle bei Überkopfarbeiten und Einsätzen ohne Suchermonitorkontrolle - leider ist keine Underscan vorhanden.
Die Lichtempfindlichkeit und Rauscharmut der VX 2000 und erst recht der neuen 2100 begeisterten mich von Anfang an: Bestens geeignet, wunderschöne Stimmungen zu zeichnen und die Welt zu zeigen wie sie ist - ohne jedes Zusatzlicht! Für mich die z.Zt. immer noch universellste Heimdose.

Die Kamera für Spezialaufgaben:

Mittlerweile benutze ich die Kameras recht häufig: Für viele Spezialaufgaben ist sie einfach besser geeignet als ein schwerer Profi-Camcorder.

Bei folgenden Einsätzen haben sich die VX-e bisher bestens bewährt:

  • Unterwasseraufnahmen bis 10m Tiefe im Ewa-Marine-Gehäuse (auch gut geeignet bei Sandsturm und Regenwetter)
  • Action auf diversen Riesenrutschen, nass und trocken, Fahrten vom Motorrad und -roller aus gefilmt
  • Aufnahmen in und auf engen Segelbooten, Kanus, Kayaks, in Kajütchen, bei Flaute und Sturm
  • Höhlenforschung mit engsten Gängen und Durchlässen [mit aufsteckbarem Zusatzlicht (Kobold)], manchmal durch Schlamm und Wasser
  • Gletscherbegehung bei -10°C mit Schneesturm
  • Klettern an Steilküste bei Windstärke 8 in scharfem Sandkornsturm, Klettern alpin und in Klettergärten
  • Feiern, Musikereignisse, kulturelle Ereignisse (Folklore, Open-air-Theater...), ohne dass ich je mehr Lichtempfindlichkeit gebraucht hätte.

...und privat filme ich nur noch mit VX : Urlaub, Familie, Freunde

Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil:

Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil einer Heimdose ist, dass man überall als Amateur und Tourist durchgeht. An vielen Orten benötigt man keine Drehgenehmigungen mehr, niemand fragt nach wofür und wozu, man bleibt unbemerkt im Hintergrund und ist immer vorne dabei. Mach das mal mit einer Dicken nebst Stativ. Da ruft jeder: "Hei, da kommt das Fernsehen" oder "Haben Sie überhaupt `ne Drehgenehmigung?"
Apropos Drehgenehmigung: Man sollte dennoch eher einmal zuviel als einmal zu wenig nachfragen...

Fazit:

In den vielen Jahren, in denen ich intensiv mit den VX-en gearbeitet habe (ca. 200h Material) hatte ich bisher noch keinerlei Ausfälle. Die Kameras sind absolut robust und vertragen auch mal einen festeren Stoß. Auf die Automatikfunktionen kann man sich im Alltag meistens blind verlassen. Die Kamera ist hervorragend ausbalanciert und liegt gut in der Hand.

Bei wenig Kontrast pumpt die Schärfeautomatik, was aber bei anderen Kameras ebenfalls auftritt - muss man nur berücksichtigen und dann eben manuell scharf stellen. Wichtige Funktionen sind auch manuell einzustellen und zu speichern, was man sonst doch recht selten findet.

Auch der Fotomodus entpuppte sich als nettes Feature. Benötigt man mal schnell ein scharfes Detail und hat kein Stativ dabei: Foto machen! Für Video reichts.
Ab und an habe ich die Kamera mit Preßluft ausgeblasen und ganz selten den Kopf mit Reinigungsband gereinigt. Gegen Staub, Sand und Nässe sollte man die Kamera schützen: Alle Ritzen und Deckel mit Klebeband abdichten oder Scvhutzgehäuse (z.B. EWA-Marine, aber sehr umständliches Handhaben) benutzen.

Die Qualität der Aufnahmen ist hervorragend. Auch wenn ich es mit Profi-Material mische und zusammenschneide ist es davon kaum zu unterscheiden. Die Tonqualität mit dem eingebauten Micro ist für die reine Atmo ok, bei wichtigen Aufnahmen benutzt man aber besser ein Zusatzmikrofon.

Alles in allem habe ich den Kauf nie bereut, und ich meine, dass die VX-Camcoder auch heute noch jede Mark wert sind, die sie gekostet haben. Sicherlich gibt es heute eine Menge Alternativen (z.B. von Canon oder Panasonic), ich bleibe dennoch bei Sony u.a. wegen der Zuverlässigkeit, der sinnvollen manuellen Einstellmöglichkeiten, des logischen Menüs, der stimmigen Farbmatrix.

Probleme:

Nach 3 Jahren Einsatz die erste Reparatur an der VX 1000: Der Suchermonitor zeigte kein Bild mehr - flexible Leiterbahn defekt. Preis incl. Komplettreinigung und überprüfen der Grundeinstellungen ca. 350 DM.

(© 2000 - 2007 Pit Aretz)